Umsichtig produzieren

 

Umsichtig produzieren bedeuten für uns den gesamten Bauernhof mit Boden, Pflanzen und Lebewesen als ein zusammenhängendes System zu begreifen; Ohne Boden kein Gras, kein Garten, keine Bäume und Früchte, kein Gemüse, kein Futter für die Tiere und keine Nahrungsmittel für uns; Ohne Tiere keine Nutzung der Weiden und somit weniger Vielfalt, keinen Mist als Dünger und als Nahrung für die Bodenlebewesen.

 

 

 

 

Weidetötung und Tierwohl

 

Seit 2022 können wir unsere Rinder auf dem Betrieb im Rahmen der Weidetötung schiessen. Somit müssen unsere Rinder, deren Fleisch wir im Direktverkauf absetzen, nicht mehr lebend und vor allem nicht einzeln zum Schlachtbetrieb transportiert werden.

 

Mit den Turopolje Schweinen können wir das leider (noch) nicht machen, da hier der Prozess sehr viel herausfordernder ist. Dafür bleiben unsere Schweine immer in der Gruppe und immer bei ihren Müttern. Wir trennen die Tiere nicht. Die Tiere, die wir schlachten, werden mindestens ein Jahr alt. Zum Vergleich: Das normale Hausschwein wird mit etwa sechs bis sieben Monaten geschlachtet.

Unsere Mutterkühe mit ihren Kälbern und den Jungrindern verbringen sehr viel Zeit auf der Weide und werden hauptsächlich mit eigenem Raufutter (Gras/ Heu) gefüttert. Die Tiere gehören zur Rasse Luing. Diese stammt aus Schottland und werden auf Hornlosigkeit gezüchtet. Das heisst, dass den meisten unserer Tiere gar keine Hörner wachsen.

 

Aktuell haben wir auch zwei Kaninchen in einem Gehäuse zusammen mit fünf bis zehn Hühnern. Die Hühner sind meist ausgemusterten Legehennen, die bei uns ihren Lebensabend verbringen und Eier legen; Mal mehr mal weniger, mal mit harter Schale mal mit ganz weicher – einfach wunderbar uneinheitlich 😊

 

 

 

Bio oder nicht?

 

Aktuell sind wir nicht Bio-Zertifiziert. Wir brauchen jedoch seit 2018 keine Pflanzenschutzmittel auf unserem Betrieb. Wir verzichten auf schnelle Tageszunahmen und Kraftfutter. Wir geben unseren Tieren Zeit zum Wachsen. Dank der extensiven Haltung unserer Tiere brauchen wir nur sehr selten Tierarzneimittel. Wenn unsere Tiere medizinische Hilfe brauchen, dann immer in Absprache mit unserer lokalen Tierarztpraxis.

 

 

 

Graslandbasiert und Futter aus der Region

 

Rinder leben vom Gras. Schweine brauchen energie- und proteinreiches Futter. Die Rasse Turopolje kann zwar einen relativ grossen Bedarf mit Gras und ähnlichen Pflanzen wie zum Beispiel gejäteten Kräutern aus dem Garten, Gemüse Abschnitte und Fallobst decken, jedoch brauchen auch sie zusätzliches Futter. In Einsiedeln bei der Milchmanufaktur beziehen wir für unsere Schweine Molke. Dieses Produkt, das bei der Käseherstellung entsteht, ist ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel, das als Molke-Drink, Eiweisslieferant in Proteinprodukte und weiterem konsumiert wird. In der anfallenden Menge wird Molke bei weitem nicht für die menschliche Ernährung verwendet und wird deshalb auch als sehr gutes Schweinefutter gebraucht. Auch in Einsiedeln bei der Grotzen Mühle beziehen wir Futterpellets / Futterwürfel aus Mühlenmahl Nebenprodukten wie zum Beispiel Weizenkleie (Krüsch).

 

 

 

Biologische Vielfalt

 

Mit dem setzen von Hecken, Wildost Sträuchern und neuen Hochstammbäumen, dem Anlegen von Stein- und Asthaufen, dem wachsen lassen von Brennnesseln und Brombeergestrüpp rund um das Hofgelände schaffen wir Räume für biologische Vielfalt.

 

Wir verkaufen direkt und legen sehr viel Wert auf gute Produkte, die sich durch ein möglichst hohes Tierwohl auszeichnen. Was wir an Äpfel und Birnen ernten können, lassen wir zu Süssmost pressen. Wir gehören zu den wenigen, die aus den alten Sorten «Gelbmöstler» und «Theilersbirnen» Birnensüssmost machen und zum Verkauf anbieten. Die Hochstammbäume, die uns diese Früchte liefern, sind bereits über 80 Jahre alt.

 

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Puurähof Vorderstoss
Martin & Marianne Betschart-Stössel

Pfäffikonerstrasse 80,  8835 Feusisberg

079 729 04 74 / hallo@vorderstoss.ch